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Kulturführer per Near Field Communication (NFC): Großversuch in Nizza und Umgebung

International wird zur Zeit intensiv im Bereich Near Field Communication (NFC) geforscht. Bei dieser Technik tauscht  ein Mobilgerät mit einer mobilen oder stationären Schnittstelle Daten über extrem kurze Distanzen aus. Die minimale Reichweite ist immer dann interessant, wenn sicher sein muss, dass genau die richtigen Partner in Kontakt treten, etwa beim bargeldlosen Bezahlen.

Man traut dieser Technologie den nächsten großen Schub in der Mobilkummunikation zu. Denn sie könnte etwa den Wust an Plastikkarten im Portemonnaie überflüssig machen und die Abläufe an Kassen und Check-in-Schaltern erheblich beschleunigen. Praktische Bedutung hat NFC aber momentan noch nicht, weil kaum geeignete Geräte auf dem Markt sind.

In Frankreich wagt sich nun ein Konsortium aus Telekommunikationsanbietern, der Université Nice Sophia Antipolis (UNSA) und der Regionalverwaltung der Côte d’Azur dennoch an einen Großversuch mit realen Nutzern. Dabei spielt auch die Vermittlung von kulturellen Informationen eine wichtige Rolle.

Das am 26. Juni 2010 gestartete Teilprojekt CHEMIN macht das eigene Handy zum Multimedia-Guide. Wer mit einem geeigenten Handy über die in der Region verteilten NFC-Tags fährt, kann multimediale Inhalte zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten abrufen. „Das Mobiltelefon jedes Touristen wird so zu einem neuartigen Audioguide, die Städte und Dörfer werden zu Freilichtmuseen“, heißt es in der Ankündigung der Communauté d’Agglomération de la Riviera Français. Die Informationen umfassen demnach unter anderem Audiokommentare, Texte, Fotos, Videos und Wegbeschreibungen.

Screenshot vom Portal Cityzi

Damit für dieses interessante Angebot überhaupt mit geeigneten Geräten ausgestattet Nutzer vorhanden sind, haben die beteiligten Mobilfunkfirmen Orange-France, SFR, Bouygues Telecom und NRJ Mobile ihren Kunden in Nizza rund 4.000 NFC-Handys verkauft. Unter dem Label „Cityzi“ werden entsprechend aufgerüstete Smartphones von Samsung (S5230) eingesetzt. Außerdem sind die Tags so ausgelegt, dass sie auch über einen 2-D-Tag-Reader ausgelesen werden können.

Frankreich geht mit diesem von der Regierung und der Europäischen Union geförderten Projekt im zukunftsträchtigen Bereich Near Field Communication in die Offensive. Eine Ausweitung auf den Großraum Paris ist laut NFC Times  für 2011 geplant. Sympathisch, dass von Anfang an die Information der Kulturbegeisterten gedacht wurde.

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Veröffentlicht unter Kulturtourismus, neue Technologien

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