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Indoor AR: Junaio-Browser als Multimedia-Guide für Museen?

Audioguides sind in Museen inzwischen Standard, vermehrt kommen auch Multimediaguides mit grafischer Benutzeroberfläche und neuerdings auch Smartphone-Apps zum Einsatz.

Ein zentrales Problem blieb dabei bislang ungelöst: Die intuitive Zuordnung von Objekt und Information. In der Regel findet der Nutzer eine Nummer neben dem Exponat, die er in das Gerät eingeben muss, bei anderen Systemen erfolgt der Aufruf über Pläne oder Listen – alles keine Lösungen, die wirklich befriedigen können.

Auch Versuche mit Infrarotbaken (z.B. von Eyeled) führten nicht weiter, zumal inzwischen bei den Endgeräten die Schnittstellen nicht mehr vorhanden sind. Technisch möglich ist auch eine Triangulation über verteilte WLAN-Stationen und der Einsatz von RFID-Tags, doch hier ist in der Regel der Aufwand für Infrastruktur und Wartung zu hoch.

Einen neuen, vielversprechenden Ansatz hat nun Peter Meier, CTO des Münchener Unternehmens metaio in einem Video vorgestellt. Das Prinzip: Mit der Kamera eines Smartphones, auf dem metaios Augmented-Reality-Browser junaio als App installiert ist, liest der Nutzer einen neben dem Objekt angebrachten Marker  ein. Damit kennt junaio die präzise Position des Nutzers. Informationen zu den Exponaten und zur räumlichen Orientierung können dann, wie bei Augmented-Reality-Anwendungen üblich, in den Video-Livestream eingeblendet werden. 

Screenshot aus dem Developer Brief von metaio

Damit umgeht metaio das Grundproblem von Indoor-AR-Anwendungen: die fehlende GPS-Ortung. Die in den junaio-spezifischen LLA-Markern kodierten Geokoordinaten überschreiben für eine festgelegte Dauer die Standortinformationen des Geräts.

Informationen zur räumlichen Orientierung, wie die Stationsnummern, die im Screenshot auf dem Bildschirm des iPhones zu erkennen sind, können als 2- oder 3-D-Objekte im virtuellen Raum hinterlegt werden.

Der eigentliche Content wird über eine eingeblendete Box erschlossen. Grunddaten können dort direkt angezeigt werden, eine Schaltfläche führt zu einer mobilen Website mit weiterführenden Inhalten. Da junaio über einen integrierten Browser verfügt, muss dazu die Anwendung nicht verlassen werden.

Wie bei allen Smartphone-gestützten Systemen erreicht man natürlich nur den entsprechend ausgesatteten Teil des Publikums. Da junaio nur online funktioniert, sind zudem die Besucher mit ausländischen Mobilfunkverträgen praktisch ausgeschlossen.

Fazit: Die von metaio skizziert Lösung ist sicherlich ein interessanter Ansatz, man darf gespannt sein, wie er sich in der Praxis bewähren wird. 

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Veröffentlicht unter Augmented Reality, Museen, neue Technologien
0 Kommentare auf “Indoor AR: Junaio-Browser als Multimedia-Guide für Museen?
1 Pings/Trackbacks für "Indoor AR: Junaio-Browser als Multimedia-Guide für Museen?"
  1. […] Museumsbesucher natürlich auch die entsprechende technische Ausstattung eines Smartphones, die der Culture to go Blog richtigerweise hervorhebt. Andere Besucher können diesen Service nicht […]