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Kulturinstitutionen und Web 2.0 – Museen twittern

Inzwischen sind viele deutsche Museen auf twitter vertreten. Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass man hier ein interessantes Instrument besitzt, um interaktiv Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Vorreiter dieser Bewegung sind eindeutig die amerikanischen Museen. Diese hatten frühzeitig die Möglichkeiten erkannt und haben heute eine große interessierte Gemeinde. Dem MoMA folgen beispielsweise fast 120.000 Follower. In Deutschland sind die Follower-Zahlen noch deutlich niedriger. Dem Städel Museum, einem Vorreiter der Museen im Web2.0 in Deutschland, folgen ca. 1.500 Nutzer. Das scheint im Gegensatz zu den USA oder auch England (Tate – 61.800) noch bescheiden, doch viel wichtiger ist, dass eine entscheidende Wende im Denken der Museumsverantwortlichen eingeleitet wurde.

Screenshot Städel Museum Twitter-Account

Screenshot twitter-Account des Städel Museum Frankfurt

Das Motto heißt: Weg von der Einbahnkommunikation hin zum Dialog im Netz. Das verdeutlicht Dr. Max Hollein, Direktor des Städelmuseums in einem Interview mit dem HR: „Wir machen das nicht, um hipp oder flotter zu wirken“, sagt der 40-jährige Wiener. Er sieht die Onlinekanäle „nicht a priori als Marketinginstrument“. Vielmehr: „Als Weiterdefinition, wo und wie Museum stattfinden kann. Und das ist schon lange nicht mehr definiert durch diese physischen vier Wände.“

Dass nicht nur „große“ Museen wie das Städel twitter sinnvoll einsetzen, zeigt das  Museum Neukölln. Das Berliner Stadtteilmuseum hat den Umzug in sein neues Haus zum Anlass genommen, neue Instrument des Web 2.0 zu nutzen. Seit dem 2. Februar hat es einen Twitter-Account eingerichtet und bereits im ersten Monat 159 Follower gefunden.

Screenshot Blog Museum Neukölln

Besonders sinnvoll erscheint mir, dass es twitter dazu nutzt, auf den täglichen Blog hinzuweisen. Dort erfährt man viel Interessantes über die Einrichtung des neuen Museums und die Planung der Ausstellung. Darüber hinaus erhält der Leser die Möglichkeit zu kommentieren und in den Dialog zu treten. Wichtig wäre hier, dass das Museum nicht nach der Eröffnung des neuen Hauses seine Aktivitäten einstellt, wie schon so häufig erlebt, denn das wichtigste Mittel zum Erfolg ist der kontinuierliche Austausch!
Wir werden die Entwicklung und die Tendenzen der twitternden Mussen aufmerksam weiter beobachten und in loser Folge darüber berichten!

Fortsetzung folgt.

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Veröffentlicht unter Museen, Social Media
3 Kommentare auf “Kulturinstitutionen und Web 2.0 – Museen twittern
  1. Gross Raden sagt:

    Hallo,
    das archäologische Freilichtmuseum Gross Raden hat eine neue Webseite bekommen: http://www.gross-raden.de – schauen Sie doch einfach mal rein – danke.

  2. Joern sagt:

    Vielen Dank für Ihren Hinweis. Es freut uns, dass das Freilichtmuseum Gross Raden unseren Blog liest!
    Hier erhalten Sie Informationen rund um die Themen Kultur und moblie Medien.

  3. Städel und in letzter Zeit sehr stark vertreten, das NRW-Forum sind in Sachen Social-Media-Nutzung sicherlich so etwas wie Vorreiter in Deutschland. Seine Zielgruppe da abzuholen bzw. anszusprechen wo sie sich aufhält, fällt allerdings nicht allen Kulturinstitutionen (nicht nur Museen) nicht besonders leicht. Oft werden einfach nur planlos irgendwelche Facebook-seiten und twitter-Accounts eröffnet. Nach ein paar Wochen Pflege verwittern dann die digitalen Kanäle.
    Hier noch eine Liste mit deutschen Museen die twitter nutzen.
    http://www.artinfo24.com/shop/artikel.php?id=419

    Grüße T.Paul

1 Pings/Trackbacks für "Kulturinstitutionen und Web 2.0 – Museen twittern"
  1. […] meinem letzten Blogbeitrag zu „Kulturinstitutionen und Web 2.0 – Museen twittern“ hatte ich das Museum Neukölln schon als Vorreiter bei der Nutzung der Sozialen Medien erwähnt. […]